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Melancholie & Seitenscheitel

16. September 2011

Das, was da oben als Überschrift steht, sind die beiden Charakteristika, auf die mich ein Großteil der wortpong-Redaktion seit Jahren reduziert. Irgendwie haben sie auch recht. Ohne Scheitel sehen meine Haare günterjauchig aus, ohne Melancholie ist diese Haarsituation schwer zu bewältigen. Die Haare sind also schuldig für meine gelegentlich doch recht melancholischen Musikvorlieben.

Joan Baez, bzw. ihre Musik, hätte ich noch vor wenigen Jahren nicht mit Diamanthandschuhen angerührt. „Diamonds & Rust“ hat das gerade heute geändert. Was für ein Text! Es gibt wenige Dinge, die ich am Musikerdasein so richtig toll finde (außer Musik zu machen), sich aber mit gegenseitigen Beziehungsaufarbeitungsongs zu bombardieren, das ist schon ein Privileg. In Diamanten und Rost ist Joan Baez dabei aber sehr taktvoll:

„Now you’re telling me, you’re not nostalgic, well give me another word for it, you who were so good with words and in keeping things vague“ – Wie gut ist denn bitte dieser Text?! Von dieser Frau, der Bob Dylan, wenn man dem Beziehungsaufarbeitungssong trauen darf, attestierte, dass ihre Worte lausig seien. Da schwillt der melancholische Seitenscheitel vor Glück. Wie auch bei Sister Moon:

Das höre ich mir nochmal an und nun Gute Nacht, ihr alten Jammerlappen, ihr seitengescheitelten Melancholiker. Denkt immer dran: Ohne das Elend der Anderen hätten wir nur noch unseren Seitenscheitel und Selbstmitleid und vergoldete Erinnerungen und Rost.

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