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„Is it a baby? No, it’s a monster.“ Wie das wortpong Team eine der größten Katastrophen der jüngeren Hamburger Geschichte verhinderte.

4. Oktober 2009

Es gibt Momente im Leben eines jeden Medienschaffenden, von denen er/sie noch seinen Enkeln erzählen wird. So erging es dem wortpong Radio-Moderations-Team an einem lauschigen Sommermittwochmittag im Jahr 2003. Das eigentlich auf literarische Inhalte gebriefte Team wurde während der Sendung über unglaubliche Vorfälle in einem Einkaufszentrum im Hamburger Stadtteil Billstedt informiert. Und ein glücklicher Zufall wollte, dass ein Aussenreporter des wortpong-Teams vor Ort war und exklusiv live von den Geschehnissen berichten konnte. Von da an hieß es, Informationen sammeln, aufbereiten und die Bevölkerung in angemessener Form informieren.

An dieser Stelle sind erstmalig nach Aufhebung der Nachrichtensperre zu diesem „Vorfall“ durch den damaligen Hamburger Innensenator wieder die drei Liveschaltungen mit unserem Aussenreporter Jürgen Schmidt zugänglich, welche die schockierenden Geschehnisse eindrucksvoll dokumentieren. Hören sie zunächst die erste Schilderung Jürgens zu den Ereignissen:

Die Reaktion des wortpong-Teams ist auch Jahre später noch als vorbildlich zu beschreiben: In kürzester Zeit wurden die Fakten recherchiet und die komplette Sendung nahm sich dem Thema „Monster/fremdartige Wesen“ an und klärte die Hamburger Öffentlichkeit über die zu erwartenten Gefahren und Risiken auf. Dann kam es zur legendären zweiten Liveschaltung:

Verständlicherweise überschlugen sich nun die Ereignisse: Pausenlose panische Anrufe, Verkehrchaos auf den Ausfallstraßen rund um Billstedt und noch immer keine rationale Erklärung für die mysteriösen Vorgänge. An dieser Stelle möchten wir nochmals die Leistung und das Engagement unseres Aussenreporters Jürgen Schmidt würdigen, der bei dieser Aktion Gesundheit und Verstand riskiert und verloren hat, dessen letzte Liveschaltung uns und der gesamten Bevölkerung Hamburgs jedoch wieder die gewohnte Ausgeglichenheit und liebgewonnene Stoik zurück gegeben hat. Danke, Jürgen:

Insgesamt eine Sternstunde des Hamburger Journalismus und ein Paradebeispiel für Tapferkeit und Professionalität. Der Grimme-Preis ist schon für weniger verliehen worden!

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2 Kommentare leave one →
  1. Falco Schönbeck permalink
    14. Oktober 2009 18:09

    Als Betroffener kann ich die von ihnen geschürte Euphorie über diesen Vorfall und ihre angebliche bravouröse journalistische Leistung nicht teilen. Im Gegenteil. Bei der durch ihre Sendung mit zu verantwortenden Massenpanik hätte ich durch einen Verkehrsunfall beinahe mein Augenlicht verloren. Bis heute leide ich an den Folgen meiner weiteren Verletzungen.

    Wieso sie dies Jahre später als Sternstunde des Hamburger Journalismus feiern ist mir ein Rätsel, zumal das ganze ja jeglicher Grundlage entbehrte, wie auch der letzte Teil ihres Hörberichtes zeigt. Schämen sie sich!

    • MartinS permalink*
      16. Oktober 2009 13:27

      Sehr geehrter Herr Schönbeck,

      wenn eines nicht in unserem Sinne war, dann sicherlich die damals entstandene Massenpanik, deren Leidtragender Sie waren. Ich möchte mich im Namen des gesamten Teams dafür entschuldigen und hoffe, dass die Zeit Ihre Wunden heilen kann.
      Nichtsdestotrotz sind wir sicher, dass wir uns damals vollständig im Rahmen der journalistischen Sorgfaltspflicht bewegt haben. Über außergewöhnliche Ereignisse aufzuklären (und nichts anderes waren die damaligen Vorkommnisse in Billstedt), ist ja geradezu eine Pflicht der Medien. Wie die Öffentlichkeit mit den Informationen umgeht, liegt dann häufig außerhalb des Einflussbereichs des jeweiligen Mediums. Ich stimme Ihnen zu: Hätten es sich bei der Monsterinvasion um einen Studentenulk gehandelt und wir hätten dies gewusst – unser Vorgehen wäre grob fahrlässig gewesen. (nicht zuletzt auch aufgrund der Erfahrungen, die im Amerika der 1930er Jahre mit der Austrahlung von Orson Welles‘ „War Of The Worlds“ gemacht wurden). Allein – wir sind uns bis heute nicht sicher, was damals wirklich passiert ist. Unser Außenreporter Jürgen kam von diesem Einsatz sehr verwirrt zurück und wurde zuletzt im Irak gesehen. Und wenn man den Zeitungen glauben darf, hat sich das sozialpsychologische Gefüge in Billstedt seit diesem Tag stark verändert.

      Wie dem auch sei, ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute und verbleibe mit besten Grüßen im Namen des gesamten wortpong-Teams.

      Hochachtungsvoll

      M. Schaefer

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