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LADIES AND GENTLEMEN, THIS IS: ANDREAS UDLUFT! (TUSCH)

30. September 2009

Dies ist eine kurzfristige Leseankündigung. Wer in der Zeitung nur den Serviceteil liest, für den sei die Kernaussage dieses Eintrags kurz zusammengefasst: Kommen Sie heute in die Vereinsstraße in Hamburg-Eimsbüttel. Dort im 439 liest Andreas Udluft, wortpong-Moderator, Mitbegründer der „The Günter Grasses“, Drehbuchautor, passionierter Brandy-Cola-Trinker, aufgewachsen als Spross einer Pferdeflüsterer-Dynastie im Geburtsschloss Johann Wolfgang von Goethes mitten im Thüringer Forst.

Würden Sie diesem Mann Ihre Yucca-Palme anvertrauen? Ich schon.

Würden Sie diesem Mann Ihre Yucca-Palme anvertrauen? Ich schon.

Nun aber für die Leser mit Langmut die Langversion mit zusätzlichem Informationsgehalt: Wenn Andreas Udluft heute zwischen 22:30 und 22:47 Uhr eine Geschichte vorliest, dann tut er das in einem Ambiente, das getrost als Methusalem der Hamburger Kneipenszene bezeichnet werden kann. Wenn man der Bibel trauen kann (was man besser nicht tun sollte), wurde Methusalem 969 Jahre alt. So alt ist das 1988 eröffnete 439 nicht. Rechnet man aber Kneipenjahre in, tja, Lebensjahre biblischer Gestalten um, kommt man auf 876, also fast Methusalem (zugrundegelegter Faktor: 41,714).

Gegründet wurde das 439 von Werner Geyer, der von der Vereinsstraße aus sein Kneipenimperium aufbaute. Wir erinnern uns: In den 1990er Jahren war Werner Geyer der Kneipenimpressario Hamburgs. Was er anfasste, war sofort total chick und wurde zu Gold. 1990 das Café Geyer, wo ich mit Technomusik in Berühung kam. 1995 die Lounge, eine großartige Disko, bei der sich Männer und Frauen zwar nicht die Toilette, wohl aber das Waschbecken teilten (unter dem Spiegel war ein großes Becken, das sowohl in den Männer- als auch in den Frauenteil hineinreichte, so konnte man mit wildfremden Menschen des anderen Geschlechts frischgewaschene Hände schütteln). Es folgten das kurzlebige, sehr hippe Tele5. Dann ging’s abwärts, denn die Bar Rossi war erstmal nicht mehr als eine Yuppie-Bastion (für die jungen unter unseren Lesern: „Yuppie“ bedeutet „Young Urban Professionals“ und war vor dem Krieg, als alle noch arbeitslos waren, ein übles Schimpfwort. So wie die Jugend heute z. B. „Du Horst“ zu jemandem sagt, den sie nicht mag.). Der Ruf des Werner Geyer litt ein wenig. Mit dem 13. Stock und dem Restaurant Rialto folgten noch zwei Läden, doch letzterer sprengte den finanziellen Rahmen und Werner Geyer musste sein Imperium in andere Hände legen. Weitgehend unverändert, in ihrer Bedeutung für die Subkultur aber etwas angenagt, gibt es sowohl das Geyer als auch das 439 noch. Was sehr schön ist, denn Kontinuität ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, wenn man die Zeit anhalten möchte.

439 also alt und ebenso alt: Die Veranstalter des Literatur-Quickies, in dessen Rahmen Andreas Udluft heute liest. Wie bei „Godzilla vs. Spacegodzilla“ trifft mit dem 439 und den Veranstaltern Lou A. Probsthayn und Gunter Gerlach quasi Kneipen-Methusalem auf Literatur-Methusalems. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Alter ist per se schon mal gut und außerdem sprechen wir hier über Meta-Alter, also nicht über das physische Alter (das wir mittels Kontinuität in der nahen Zukunft sowieso abschaffen wollen) sondern mehr über das Alter im Kontext des jeweiligen Schaffens und in der Hinsicht sind Probsthayn und Gerlach nun wirklich alt. Gerlach schrieb schon seit geschätzten 200 Jahren, als er zusammen mit Probsthayn und anderen die Literaturgruppe PENG gründete, 1985 war das. PENG war damals, was MACHT heute ist, also enorm wichtig für die Off-Literatur-Szene in Hamburg. Mittlerweile sind die Bibliotheken voll von dicken Büchern von sowohl Probsthayn als auch Gerlach und beide schreiben immer noch fleißig weiter.

Nun aber zurück zu Udluft. Auf der Website des Literatur-Quickies wird er wie folgt angekündigt: „Er ist schon 37 (37??? Das wiederum ist auf Hundejahre runtergerechnet. Anm. v. MartinS) und als Autor in Hamburg ziemlich unsichtbar. Außer Drehbüchern gibt es noch nicht viele Veröffentlichungen. Aber man kann Andreas Udluft hören. Er ist Mitmoderator der regelmäßigen FSK-Sendung „Wortpong”. Die Sendung kommt demnächst ins Fernsehen. Manchmal wird er mit der Gruppe „The Günter Grasses” sichtbar. Ganz allein kann man ihn bei uns mit einer Kurzgeschichte sehen hören. Es lohnt sich!“

Und damit wollen wir es belassen. Kommen Sie einfach heute abend vorbei, um mehr zu erfahren.

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One Comment leave one →
  1. Chris Mess permalink
    30. September 2009 10:36

    Der Baum im Hintergrund ist aber augenscheinlich trotz des ablenkdenden Geblinkes aus Plastik. Da ist das mit der Yuccapalme so eine Sache … Was will A.U. überhaupt damit? Und wird er diese Nase auch heute abend tragen? Oder nur den Hut?

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