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Wonderdrugs für Wonderblogger

9. September 2009

Mannometer Mart! Diesen kreativen Output kenne ich ja nicht mal, wenn es darum geht, meine Küche unordentlich zu machen – Und da bin ich ja bekanntermaßen sehr effizient. Aber lassen wir das.

Mir wird jedenfalls von den ganzen literarischen Hits und Tipps, die du hier rausballerst ganz schwummerig und ich muss erst mal was einwerfen, um wieder klar sehen zu können.

wonderdrugs on my windowsill

wonderdrugs on my windowsill

Und was, bitteschön, bietet sich da besser an als eine ausreichende Dosis Wonderdrugs … Das Altbewährte ist eben immer noch und so weiter. Aber war früher wirklich alles besser oder haben die Drogen einem das Langzeitgedächtnis einfach ein bisschen ins Nostalgische verschwurbelt? Auch egal. Lest selbst:

http://www.wonderdrug.com

„Hey“, schreit Sergej rüber und winkt mich zu sich. Mechanisch torkele ich zu ihm und lasse mich auf die fleckigen Sitze fallen. Ich hatte sowieso vergessen, wo ich gerade hingehen wollte. Er sieht ganz umwerfend aus, wäre aber auch traurig, wenn nicht, er ist schließlich erst neunzehn. Ich stelle mir vor, wie er mit Dreißig aussieht und verwerfe den Gedanken gleich wieder, viel zu gruselig, gerade habe ich ihn aus irgendeinem mir gänzlich unbekannten Grund plötzlich ungeheuer lieb. Jetzt beugt er sich zu mir und sagt irgendetwas in seinem dicken russischen Akzent. Ich verstehe kein Wort, lächele begeistert und nicke. Sergej schlägt sich auf die Oberschenkel und lacht sich kaputt, während ich mich frage, was ich wohl gesagt haben könnte. Dann greift er in seine Jackentasche und schiebt mir irgendeine Pille in den Mund. Eine von seinen Wunderpillen, wie geil, jetzt weiß ich auch wieder, was ich gerade machen wollte, nämlich Zigaretten kaufen. Einer seiner russischen Kumpels, der kein Wort Deutsch spricht, hält mir einen Joint hin. Ich glaube, er kann Gedanken lesen, gerade wollte ich nämlich los und jemanden suchen, der einen baut. Ich brauche einen Moment, bis ich das Ding zwischen den Fingern halten kann, mit der Koordination klappt es nicht mehr so gut. Da steht Silvia plötzlich neben mir, sie fällt aus einer Nebelwolke und wankt beängstigend. Ich versuche sie anzusehen, um herauszufinden, wie es ihr wohl gehen mag, wo habe ich sie eben noch gesehen? Stimmt, ich war grad losgegangen, um sie zu suchen, das war’s, was ich machen wollte. Ich bin außerstande, die Bilder beider Augen zu synchronisieren, also wanken zwei Silvias vor mir hin und her. Mir wird ganz schwindelig bei dem Anblick. Da hilft nur ein Drink. Ob ich das laut gesagt habe? Kann mich gar nicht erinnern. Sergej zieht jedenfalls eine halbleere Flasche Wodka aus der Innentasche seiner Jacke du hält sie mir hin. Ich trinke und dann drehe ich mich um, mal wieder Zeit zum Tanzen. Oder? Einen Augenblick fehlt mir jegliche Orientierung. Die Musik wummert um mich herum, wo war noch mal die Tanzfläche? Von rechts kommt erneut eine dieser Nebelbänke auf mich zu und ich beschließe, das muss der richtige Weg sein.

Ein paar Leute bombardieren mich mit übelsten Beschimpfungen, regt euch ab, bin bloß gestolpert, sah aber lustig aus, als die wie diese Dinger beim Kegeln umgefallen sind. Scheiße, wie heißen diese Dinger noch, irgendwann habe ich das mal gewusst. Ach, auch egal, was wollte ich eigentlich gerade machen? Aufs Klo gehen? Ich glaube, das war’s. Mein Arm ist total nass von dem Bier, das mir der Idiot grad übergegossen hat und in den Haaren fängt das bestimmt auch bald an zu kleben. Mühsam rappele ich mich auf, ein paar Arschlöcher werfen mir mitleidige Blicke zu, verpisst euch doch, ihr Spießer, kann doch jedem mal passieren, dass es eine Weile dauert bis man wieder hoch kommt. Was wollte ich noch mal? Ach ja, kurz vor die Tür, frische Luft. Ich drehe mich um, irgendwo war der Ausgang, ganz sicher. Muss ja so sein, wo sollte man sonst raus. Ich krümme mich vor Lachen bei der Vorstellung, der Laden hätte keinen Ausgang. Dann müsste ich für immer hier bleiben, nee, was ne Idee. Plötzlich finde ich das gar nicht mehr so lustig und ich kriege Angst. Da hilft nur ein Drink. Also an die Bar, da wollte ich ja eh grad hin. Aber wo war die verfickte Bar überhaupt? Ich habe keine Ahnung. Plötzlich fällt Silvia neben mir zu Boden. Ich starre sie einen Moment an und muss lachen. Silvia lacht auch und bleibt einfach liegen. Wahrscheinlich findet sie den Platz gar nicht so übel zum schlafen. Die Langweiler von eben wenden sich angeekelt ab. Nur, weil die arme Silvia ein paar Stunden auf dem Klo in der Kotze gepennt hat und ein bisschen versifft ist? Regt euch mal wieder ab, gibt echt schlimmeres. Silvia schläft sofort ein. Oder ist sie vielleicht ohnmächtig? Egal, ich kann jetzt eh nichts für sie tun. Da muss sie allein durch. Schafft sie, großes Mädchen. Was wollte ich eigentlich gerade machen? Hey, da sitzt Sergej, den habe ich ja ewig nicht gesehen. Der hat bestimmt ein paar von diesen Wunderpillen dabei. Jetzt weiß ich, den habe ich grad gesucht.

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One Comment leave one →
  1. mart permalink*
    9. September 2009 13:51

    Heyheymymy,
    fairerweise muss ich sagen, dass Mr. Frank und AndreasU für die letzten beiden Beiträge verantwortlich waren. Ich will ja nicht fremde Lorbeeren ernten. Dafür arbeite ich aber gerade an einem Blogeintrag. Er wird sehr lang. Und ich glaube, mir wird damit gelingen, was schon abermillionen Blogger versucht haben: Der ultimative Blogeintrag, der die Welt verändert. Vielleicht heute abend.
    M

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