Skip to content

Cpt. Hot-Dogs vorvorletztes Abenteuer (3/3)

23. Juli 2009

(…) „Hey, Hot-Dog, gut dass du da bist!“. Rosinski drückt Hot-Dogs Hand.

„Das sieht ernst aus“, sagt Chef, ohne die Augen von der Schlachterei-Front abzuwenden. „Ein Nachbar hat Schreie aus der Fleischerei gehört. Als wir kamen, hörten wir nur noch das Röcheln der Schweine. Ich schätze, sie lassen sie einfach ausbluten.“

chef_und_rosinski

Still aus dem Hot-Dog-Film "Cpt. Hot-Dog vs. Cpt. America", der vorausschichtlich 2013 in die Kinos kommen wird. Hier sieht man Chef und Rosinski auf dem Weg ins Petersilienfeld. Im Hintergrund: Die Julius-Leber-Straße in Hamburg.

„Nichts mehr zu retten, was?“ – Hot-Dog musste daran denken, wie er einst zur Wurst geworden war. Damals war Effizienz alles, seine Schreie interessierten niemanden und waren immer noch so gegenwärtig in seinem Gedächtnis wie der spätere Entschluss, sein Leben dem Kampf gegen den Schlachterei-Industriellen-Komplex zu widmen.

„Chef…“

„Ja, Hot-Dog?“

„Ich geh‘ da jetzt rein. Vielleicht ist ja doch noch was zu retten.“

Eine Weile schweigt Chef, dann sagt er: „Gut. Wenn einer mit denen fertig wird, dann du.“ Ernst blickt Chef in entschlossenen Augen Captain Hot-Dogs. „Pass‘ auf dich auf. Rosinski und ich, wir geben dir Feuerschutz. Wenn die Situation geklärt ist, kommen wir nach.

chef

Eine der aufwändigsten Szenen des Hot-Dog-Films: In einer Rückblende wird gezeigt, wie Chef früher als Dachrinnenreiniger in Nürnberg tätig war. Alle Stunts wurden von Chef selbst übernommen.

Vorsichtig robbt Captain Hot-Dog aus dem Schutz des Petersilienfeldes hinaus zur Buchsbaumhecke. Ein vorsichtiger Blick durch die Zweige: Vor der Schlachterei ist alles ruhig. Die Julius-Leber-Straße menschenleer. Nun geht alles ganz schnell. Hot-Dog zieht das Bolzenschussgerät aus dem Holster und rennt über die Straße zu dem Nebeneingang der Schlachterei. An die Wand gepresst holt er einen Augenblick tief Luft, zählt bis drei und reißt – das Bolzenschussgerät im Anschlag – die Tür zur Schlachterei auf. Seine Augen gewöhnen sich nur langsam an das schummrige Licht. Der Raum ist komplett leer. Keine Menschenseele. Bloß ein Beutel mit frischem Blut, der vor dem Inneren der Tür ausgeleert wurde, und ein Tonbandgerät in der Ecke, das immer noch leise vor sich hinröchelt

„Ein Hinterhalt!“, schießt es Hot-Dog durch den Kopf und im selben Moment weiß er, was zu tun ist. Er zieht nun auch das zweite Bolzenschussgerät und rennt so schnell er kann zurück zu seinen Kollegen. Viel zu lange dauert es – über die Straße hinüber, durch die Buchsbaumhecke, zu dem Ort, wo sie eben noch gemeinsam lagen. Und dort, wo er sich eben von seinen beiden Kollegen und besten Freunden verabschiedet hatte, bietet sich ihm ein grausamer Anblick: Chef und Rosinski sind durch eine Currywurst-Schneidemaschine (wahrscheinlich Edermann, die CW-300, mit ihren rasiermesserscharfen Rotorklingen) gejagt worden! Ein großer Schmerz durchzieht Hot-Dogs ganzen Wurstkörper! Keine Spur vom Täter, doch neben seinen nun mundgerechten Freunden liegt ein Zettel

„Hot-Dog, Du Schwein, Du nichtsnutzige, armselige Wurst! Jahrelang habe ich darauf gewartet, Dir die Schande heimzuzahlen, die Du über mich gebracht hast. Von einer Wurst gerettet! Ha! Dass ich nicht lache!! Hättest Du mich bloß sterben lassen damals! Diese Lächerlichkeit, der Du mich preisgegeben hast – das kannst Du dir gar nicht vorstellen in deinem dämlichen Wurstgehirn. Auf meine Kosten bist Du zum Held geworden, und ich konnte sehen, wo ich bleibe. Immer und immer wieder musste ich MEINEN Umhang im Fernsehen sehen! Die Flagge, die mir heilig war! An einer Wurst!! Einer Wurst, die sich für andere Würste einsetzte! Es war grotesk, es war nicht zum aushalten. Jetzt wirst Du sehen, wie es ist so ganz ohne Freunde! Und eins merk Dir noch, Du Naturdarm-Pfeife: Ein echter Held ist aus anderem Holz geschnitzt als eine Wurst! Geh zur Hölle!
Cpt. America!

Hot-Dog starrt auf die Signatur. „Cpt. America!“ Während er da steht, zwischen seinen zerstückelten Freunden, tut er einen Schwur: „Ich werde nicht ruhen, bis ich diese feige Sau eigenhändig zu Wurst verarbeitet habe, zu KINDERWURST!“ Und dies ist der Moment, da Captain Hot-Dogs vorletztes Abenteuer beginnt.

Anm.: Hier endet das vorvorletzte Abenteuer, bzw. das vorvorvorletzte (denn dass das letzte noch kommen wurde, wusste der Autor bei Erstellung der Überschrift noch nicht). Die nächsten drei Teile kommen dann irgendwann später.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: